Das archivierte Lilypond-Forum von 2017 ist hier als Lese-Archiv wieder verfügbar!

Hauptmenü

LilyLine - Neuer Noteneditor

Begonnen von LilyLine, Dienstag, 7. Oktober 2025, 11:52

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

LilyLine

Liebe Lilypondnutzer,

an dieser Stelle möchte auf einen neuen Noteneditor aufmerksam machen, den ich geschrieben habe und vorerst mal LilyLine nenne.

Hintergrund: LilyLine ist als Nebenprodukt einen anderen Projekts entstanden, das ich als Hobby mache. Das Programm lässt sich inzwischen so gut bedienen, dass ich es selbst gerne nutze. Daher würde ich es kostenlos zur Verfügung stellen falls genügend Interesse besteht.

Daher zwei Fragen:
1. Gibt es überhaupt genügend interessierte Anweder, damit es sich lohnt das hochzuladen?
2. Kennt jemand eine Möglichkeit teile aus dem Lilypond-Sourcecode direkt einzubinden, damit mein Programm leichter an neuere Lilypondfunktionen angepasst werden kann.

Von der Idee wollte ich mit LilyLine eine Mischung aus Frecolbaldi und Denemo verfolgen. Die Eingabe ist wahleise über Text (wie bei Frescobaldi), Grafik, virtuellem Manual oder externem Midikeyboard (wie bei Denemo) möglich. Ich denke es ist in der Bedienung intuitiv verständlich, wenn man ein normales Textverarbeitungsporgramm verwenden kann. LilyLine speichert ausschließlich in LilyPond-Code und aktualisiert in einem Textfeld auch immer gleichzeitig den Code bei der grafischen Eingabe.
Nachteil: Spezielle Anweisungen an Lilypond, lassen sich damit noch nicht grafisch Abbilden, weil ich die grafische Darstellung komplett selbst nachprogrammiert habe und bisher nur die gängigen Anwendungen abgebildet habe.

Notdürftig hab ich mit den Handy die Anwendung für ein YouTube-Video gefilmt. Wenn ich Zeit für eine bessere Videoqualität finde, schreibe ich das nochmal hier.


LilyLine

Bei YouTube habe ich nun in etwas besserer Videoqualität eine Demonstration des Programms hochgeladen. Man findet das Video bei YouTube unter dem Namen LilyLine.

Manuela

Ich bin jetzt erst auf diesen Beitrag gestoßen.

Danke für deine Bemühungen, da steckt sicher eine Menge Arbeit dahinter.

Was mir auffällt, ist, dass die Notenhälse alle nach oben zeigen.

Ich bin mit Frescobaldi sehr zufrieden und denke, wer Lilypond verwendet, wird eher einen Texteditor bevorzugen. Mit dem Eintippen der Noten als Text bin ich sicherlich viel schneller als mit dem Klicken auf Bildschirm oder Tastatur. Außerdem sehe ich nicht, wie man Scheme Programme verfassen kann.

Nur eine Zeile mit den Noten ist ziemlich unübersichtlich, daher kommt wahrscheinlich der Name "LilyLine".

Ich fürchte, das Programm wird in der Community auf wenig Interesse stoßen.
Danke für eure Hilfe
viele Grüße
-- Manuela

Rudi Guggt

Hallo,

da steckt bestimmt eine Menge Arbeit dahinter, von daher solltest du die Vorteile herausarbeiten. Was kann dein Programm, was Frescobaldi bzw. Denemo nicht können.

Leider ist der von dir verfolgte Ansatz, die Ausgabe nachzuprogrammieren, in meinen Augen eine Entscheidung, die nie zufriedenstellend sein kann. D.h. du beschränkst Lilypond auf die Möglichkeiten, die du nachprogrammierst und das hilft niemandem.

Trotzdem sicher ein schönes Hobby!

Gruß
Rudi

LilyLine

Danke für eure ehrlichen Rückmelungen

mich hier zu melden hat drei Gründe.
Aus betriebswirtschflicher Sicht würde man erst eine Bedarfserhebung machen, bevor man viel Energie investiert.
Aus medienpsychologischer Sicht wär die Rückmeldung von Testpersonen wichtig, was eine Oberfläche intuitiv nutzbar macht.
Zusammenarbeit statt Konkurrenz: Die anderen Editoren schlecht zu machen ist nicht was ich will, sondern hier eine Zusammenarbeit anregen.

Zu meinen Fragen:
1. Bedarfserhebung:
   a) Gibt es überhaupt Interesse? Bisher noch nicht.
   b) Was fehlt um interessant zu sein? Macht gerne Vorschläge und ich programmiere euch das.
      - Die größe von Textfeld und Grafikfeld kann man inzwischen mit einem Trenner (Spitter) gegeneinander verschieben, wahlweise nur das eine oder das andere bearbeiten.
      - Beide Halsausrichtungen hab ich schon programmiert. Eigentlich gibt es auch ein Notenbild für den vierstimmigen Satz, aber das folgt noch.
      - Zusätzlich gibt es inzwischen links eine Darstellung der Dokumentstruktur, Header, Score, Staffgroup, Staff, Voice. Wahlweise kann man all diese Felder bearbeiten.

2. Lilypond-Editor-Schnittstelle (API):
Leider war es nicht meine Entscheidung, die Ausgabe nahzuprogrammieren, eher meine Not.
Im Gegenteil, ich habe verzeifelt nach einer Möglichkeit gesucht, wenigsten einen Teil des Lilypond-Quellcodes als Bibliothek einzubinden. Keine Chance, Lexer, Parser, AST, Engraver seien eng miteinander und mit Scheme verwoben (laut KI Copilot). Bisher gibt es also keine Möglichkeit den LilyPond-Quellcode modular zu nutzen, was extrem schade für das Projekt ist.

Wäre die Community bereit eine schnittstelle für Editoren bereitzustellen? Was bräuchte ein Editor dafür? Oder könnte die Community sich vorstellen, den Code in modular trennbare Bibliotheken aufzuteilen, was scheinbar sehr viel Arbeit wäre und wozu sich die Communiy bisher noch nicht durchringen konnte.

2b) Alterntive Bibliothek:
Mit meinem Editor biete ich alternativ eine c++ Bibliothek an, die auch für andere Projekte genutzt werden dürfte - vollständig modular aufgeteilt. Ein 90% Parser wird vermutlich ende des Jahres fertig sein.

Über weitere Rückmeldungen freue ich mich.

Wenn nicht, melde ich mich bald mit einem Video zu meinen Erweiterungen.

joo4wie

Hi LilyLine,

ich habe mir dein Video auf Youtube angesehen. Dabei habe ich mich gefragt, welches Handling du speziell verbessern willst, z.B. im Vergleich zu Frescobaldi. Ich bin jetzt nicht der Profi in Lilypond und bin daher sehr froh über die grafischen Hilfen, die Frescobaldi liefert.

Dein Programm erinnert mich im Ansatz an Capella, das ich um die 2000er Wende auf Windows genutzt hatte. Ich weiß noch von damals, dass die Klaviertastatur echt eine tolle Sache war. Dafür waren andere Dinge umständlich zu lösen.

Nochmals zu Frecobaldi / Lilypond Quellcode: Für mich stellt die direkte Noteneingabe gar kein Problem dar, das geht immer sehr schnell. Auch den Text einzugeben und diesen mit den Noten in Einklang zu bringen ist bald erledigt. Was mich immer sehr viel Zeit kostet sind die speziellen Dinge, z.B. Der Text von Sopran und Alt ist in ein oder zwei Takten unterschiedlich, sonst aber gleich. Oder die Noten für Tenor und Bass sind über mehrere Takte identisch. Und dann kommt der Refrain, den alle Stimmen einstimmig singen. Und dann die Seitenaufteilung usw. Da fummle ich echt lang rum, bis alles richtig gut aussieht, so dass es im Chor benutzbar ist.

Vielleicht kannst du von meinen Gedanken hier etwas verwenden, wenn du dein Programm weiterentwickelst.

Ciao, Joo