Autor Thema: Extreme Tempi im MIDI  (Gelesen 727 mal)

Arnold

  • Full Member
  • ***
  • Beiträge: 192
Extreme Tempi im MIDI
« am: Dienstag, 12. Januar 2021, 09:54 »
Hallo zusammen,

dies ist eher ein Erfahrungsbericht, denn das beobachtete Problem ist leicht zu umgehen.


Neu in Version 2.21.81 ist die Unterstützung für 256-stel, 512-tel und 1024-stel - Zeichen im Font für Pausen und Fähnchen.

LILYPOND exportiert die Musik in die Midi-Datei mit 384 MIDI-Ticks je Viertel. Ein 1024-stel dauert demnach exakt 1,5 MIDI-Ticks und wird zur Ganzzahl gerundet. Ein 1024-stel-Lauf wird also recht ruppig ausgegeben, zumindest in einem sehr langsamen Tempo wird man das auch hören.
Und wird es noch wesentlich schneller (z. Bsp. ein Vorschlag-Schleifer, effektive Tondauer der Einzeltöne kürzer als ein MIDI-Tick), dann ist das Ergebnis völlig unbrauchbar.

Das langsamste mögliche Tempo im ausgegebenen MIDI-Format ist 2²⁴ - 1 Mikrosekunden für eine Viertel, entspräche etwa »\tempo 4 = 3.5763«.
Da LILYPOND alle zu übertragenden Tempi auf ganzzahlige Viertel je Minute abrundet, ist es effektiv »\tempo 4 = 4«, und die nächst schnellere mögliche Geschwindigkeit wäre »\tempo 4 = 5«.
Dieses Verhalten bedeutet auch, daß »\tempo 4. = 69« quasi als »\tempo 4. = 68.67« ausgegeben wird.

Der oben genannte Teilungswert von 384 MIDI-Ticks je Viertel ist in LILYPOND fest einprogrammiert, nicht vom Anwender überschreibbar.
Doch die effektive Auflösung lässt sich ja auch indirekt erhöhen, indem man einfach die zu exportierende Musik mittels \scaleDurations und Skalieren der Tempoangaben auf längere Werte dehnt - wie im beiliegenden Beispiel gezeigt.

Arnold