Autor Thema: A5  (Gelesen 4440 mal)

Hilflos-im-Code

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A5
« am: Dienstag, 20. Juni 2017, 21:28 »
\version "2.19.62"

\chords {a:5}

Es erscheint nur ein A. Aber ich hätte gerne A5. Was muss ich machen?

harm6

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Antw:A5
« Antwort #1 am: Dienstag, 20. Juni 2017, 22:39 »
Siehe:
http://lilypond.org/doc/v2.19/Documentation/notation/guitar#indicating-power-chords

\version "2.19.62"

\chords { \powerChords a:5 }

HTH,
  Harm

Hilflos-im-Code

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Antw:A5
« Antwort #2 am: Mittwoch, 21. Juni 2017, 08:46 »
Danke. Aber wo liegt der Sinn hinter dem Zusatz powerChords

harm6

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Antw:A5
« Antwort #3 am: Mittwoch, 21. Juni 2017, 09:21 »
Zitat
Aber wo liegt der Sinn hinter dem Zusatz powerChords

Bitte präzisiere die Frage.

Momentan kann ich nur antworten, daß nur mit der Einfügung von \powerChords der Akkordname so geschrieben wird wie Du willst.

Gruß,
  Harm

Hilflos-im-Code

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Antw:A5
« Antwort #4 am: Mittwoch, 21. Juni 2017, 10:05 »
Ich meine es würde reichen nur A:5 einzugeben, weil das eindeutig genug ist. Es wirkt etwas doppelgemoppelt, weil A5 ist meines Wissens eindeutig definiert, warum muss man noch einen Zusatz schreiben. Man schreibt ja auch nicht \Dominante E:7

harm6

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Antw:A5
« Antwort #5 am: Mittwoch, 21. Juni 2017, 23:11 »
Zitat
Ich meine es würde reichen nur A:5 einzugeben, weil das eindeutig genug ist. Es wirkt etwas doppelgemoppelt, weil A5 ist meines Wissens eindeutig definiert, [...]

Da muss ich (teilweise) wiedersprechen. (ich hol mal etwas weiter aus)
Jeder Dreiklang besteht aus Grundton, Terz und Quinte. Wenn man Akkordnamen schreibt so schreibt man ja nicht dazu, daß der Grundton und die Terz mit enthalten sein mögen: C ¹ ³ Das betrachtet man als selbstverständlich und schreibt nur: C.
Die Quinte ist ein bedingter Sonderfall. Sie kann fehlen. Meist nach belieben des ausführenden Musikers. Es wird nicht im Akkordnamen angezeigt.
Die Terz darf jedoch nicht fehlen, ansonsten ist der enstehende Klang weder Dur noch moll noch wird er überhaupt als Dreiklang empfunden.
Allerdings gibt es die sogenannten Power-Chords. bestehend aus Grundton, Quinte und eventuell Oktave.
Es hat sich eingebürgert solche Klänge ebenfalls als Akkord zu sehen und als z.B.: C ⁵ zu bezeichnen. Obwohl aus dem zuvor gesagten klar sein sollte, daß es gar kein gültigen Akkorde sind. Vielmehr sind es in der Regel und de facto Verstärkungen eines Tones ähnlich wie im Quintorganum von vor tausend Jahren oder auch ähnlich wie manche Mixturen auf der Orgel.

Zu LilyPond:
Kongruent zum oben gesagten versteht LilyPond
\chordmode { c }
als dasselbe wie
\chordmode { c:1.3.5 }
Tatsächlich wird eigentlich alles bis hin zur 13 als Akkordeingabe in Terzschichtung betrachtet. D.h.
\chordmode { c:13 }
ist eigentlich äquivalent zu
\chordmode { c:1.3.5.7.9.11.13 }
Ich schrieb "eigentlich" denn gerade bei dem 13er-Akkord kommt eine Aussnahme zum tragen, sodaß die beiden letzten Eingaben eben nicht zum selben output führen. Das führt mitunter zu Verwirrungen, ist auch schon hier im Forum diskutiert worden, iirc.

Der Akkord \chordmode { c:5 } war für LilyPond lange Zeit absolut identisch mit \chordmode { c:1.3.5 }, erst irgendwann in 2.19 wurde eine Sonderregelung für den input \chordmode { c:5 } eingeführt, der jetzt identisch ist mit chordmode { c:5^3 }.

Da Power-Chords sowieso eine Ausnahme darstellen, gab es allerdings auch schon vor 2.19 die Möglichkeit sie als solche, c ⁵, auszugeben.

Das wurde über chordNameExceptions geregelt, siehe property-init.ly:
powerChords = {
  \set chordNameExceptions = #powerChordExceptions
}
powerChordExceptions und das dort verwendete powerChordSymbol findet man in chord-modifiers-init.ly.

Der Aufruf von powerChords ruft also die entsprechenden Ausnahmen von den normalen LilyPond-Schreibregeln für Akkordnamen auf.

Soweit das momentane Verhalten von LilyPond.
Wie schon vielfach beklagt ist aus einer Reihe von vielen, vielen Gründen und durchaus veschiedenen Gründen das momentane Verhalten von LilyPond verbesserungs würdig.
Insoweit wird es vielleicht manchen interessieren, daß gerade im Rahmen des Google-Summer-of-Code ein Projekt läuft bei dem die Akkordenamen in LilyPond verbessert werden sollen.
Mal schauen was dabei herauskommt. Es gab auch schon den ein oder anderen thread dazu. Wen es interessiert, der mag in den Archiven nachschauen.

Gruß,
  Harm




trulli

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Antw:A5
« Antwort #6 am: Sonntag, 2. Juli 2017, 19:27 »
Hi,

klar kann man sich darüber streiten. A5 ist allerdings ein powerchord, also sollte man es auch so bezeichnen. "Dominante" ist eine Funktion, "powerchord" ist eine Akkordschreibweise (genauer: nur eine Intervallschreibweise, wie harm schon sagte), das ist schon ein Unterschied.

Aber letztlich ist es doch egal, oder? Mit \powerChords bekommst du doch die richtige Schreibweise.

trulli