Autor Thema: Liedtext: Stumme bzw. nichtsilbische Präpositionen weiter links positionieren  (Gelesen 584 mal)

fabian

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Guten Abend,

man stelle sich folgenden Liedtext vor:

Leu -- te, 's_wird A -- bend
Wenn das nichtsilbige »'s« zusammen mit dem »wird« auf mehrere Noten gesungen werden soll, sieht der Standardoutput so aus, als sollte das »'s«  der ersten Note, das »wird« den weiteren Noten zugeordnet werden. Dieses Phänomen kommt im Deutschen wohl nicht allzu oft vor. Im Tschechischen, Slowakischen, Polnischen, Sorbischen usw. gibt es jedoch viele Präpositionen, die direkt mit der nächsten Silbe zusammen gesprochen (und gesungen) werden: w bzw. v, k, z bzw. s. Dabei handelt es sich um so häufige Wörter wie »in, zu, aus, mit«. Das oben beschriebene Phänomen kommt also in slawischer Musik, in der oft Melismen vorkommen, relativ häufig vor. Im folgenden Beispiel zeige ich das Standardverhalten und eine Notlösung (manuelles Verschieben). Gibt es etwas eleganteres? Falls nicht: Wäre es sinnvoll, so etwas zu implementieren? Denn bei meiner Notlösung muss a) das betroffene Textelement verschoben werden und oft zusätzlich die vorhergehende Note, um Textkollisionen zu vermeiden.

\version "2.18.2"

\layout {
indent = 0
ragged-right = ##t
}

music = \relative c'' {
c4 c ( d e ) c r2. \break
\once \override NoteHead.extra-spacing-width = #'(0 . 4.0) c4 c ( d e ) c r2.

}

verse = \lyricmode {
  tam k_to -- mu % standard; using a tilde is not an option!
  tam \once \override LyricText.extra-offset = #'(-1.8 . 0) k_to -- mu % wanted output
}

\score {
  \new Staff { \music }
  \addlyrics { \verse }
  \layout { }
  }

harm6

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Hallo fabian,

willkommen im Forum.

Vielleicht:

  tam \once \set ignoreMelismata = ##t k_to -- mu

Gruß,
  Harm

fabian

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Antw:Liedtext: Stumme bzw. nichtsilbische Präpositionen weiter links positionieren
« Antwort #2 am: Donnerstag, 16. Januar 2020, 21:33 »
Hallo harm6,
herzlichen Dank für Deinen Beitrag! Ich denke, das ist genau das, was ich suche.

Vielleicht kannst du (oder jemand anderes) mir erklären, wie das funktioniert? Irgendwie verstehe ich die Logik dahinter nicht. Wahrscheinlich habe ich irgendwie einen falschen Denkansatz. Normalerweise würde ich den Befehl \set ignoreMelismata = ##t so verstehen:

  • Treffen zwei Silben (z. B. to-mu) normalerweise auf ein Melisma in den Noten, so wird nur die erste der Notenfolge zugeordnet. Die zweite kommt nach dem Melisma.
  • Wird der genannte Befehl (ignoreMelismata) benutzt, so kommt die erste Silbe (to) auf die erste Note, die zweite (mu) auf den Rest des Melismas.
  • Ich hätte die Textverbindung "k to" (bzw. k_to) intuitiv mit einer normalen Silbe gleichgesetzt, die sich so verhält wie die erste Silbe (to) in den Punkten 1 und 2.
  • Unter http://lilypond.org/doc/v2.19/Documentation/notation/stanzas#stanzas-with-different-rhythms steht explizit unter »Bekannte Probleme und Warnungen«, dass der Befehl \set ignoreMelismata nicht zusammen mit dem Befehl \once funktioniert. Vor einer normalen Silbe trifft das offenbar auch zu. Vor den hier diskutierten Zusammensetzungen scheint es zu funktionieren, nur ist das Resultat ein anderes. (Der erste Teil der Zusammensetzung steht zwischen der Vorgängernote und der ersten Note des Melismas, der Abstand zwischen diesen beiden Noten ist vergrößert.) Ist dieses Verhalten irgendwo beschrieben?

Auf jeden Fall nochmal ein herzliches Dankeschön! Die Frage kann als gelöst betrachtet werden.